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Mein Praxissemester in der Gruppe Umel

Nach drei theoretischen Semestern des Studiums der Sozialen Arbeit, ist für 22 Wochen ein Praxissemester vorgeschrieben. Während sich die meisten meiner Kommilitoninnen für das Jugendamt oder andere Beratungsstellen interessierten, wollte ich praktischer arbeiten und näher am Kind sein.

Der Vorsatz nah am Kind zu sein, ist ja fast schon das Motto der Gruppe Urmel und so fühlte ich mich dort richtig gut aufgehoben. Es war sehr spannend wie sich in meinen 22 Wochen zu jedem Kind eine Beziehung entwickelte, zu dem Einen etwas schneller und zu dem Anderen etwas langsamer, aber am Ende kann ich sagen, dass sich zu jedem Kind eine Beziehung entwickelt hat.

Aber was bedeutet es eigentlich den "Urmel-Kindern" nah zu sein? Es bedeutet Freude zu teilen und die Umwelt gemeinsam zu entdecken. Jedes gemalte Bild oder jeder gebaute Turm wird bestaunt und der Erschaffer kräftig gelobt. Traute sich ein Kind das erste Mal allein zu rutschen, Fahrrad zu fahren oder flitzte den Schlittenberg hoch und runter, so konnte man gar nicht sagen wer stolzer war oder sich mehr freute - die Kinder oder das Team. Aber auch im Leben eines "Urmel-Kindes" gibt es nicht nur gute Momente. Jedes mikroskopisch kleine Aua wurde bepustet und verarztet. Sollte die Verletzung dann doch mal etwas schlimmer sein, so wurden Tränen getrocknet und jedes Kind fest getröstet.

Da für mich persönlich die Musik und das Singen sehr viel bedeuten, brachte ich häufiger meine Gitarre mit und wir sangen gemeinsam Kinderlieder. Während dieses Singkreises sangen die großen Kinder textsicher und mit voller Kraft mit während die Kleineren nur dabeisaßen und zuhörten. Ich hatte fast schon Zweifel, ob es den kleineren "Urmel-Kindern" überhaupt gefiel, als ich eines Tages in die Gruppe kam und von eben diesen Kleinen aus der einen Ecke „Backe,Backe Kuchen“ und aus der anderen Ecke „Ringel, Ringel Reihe“ hörte. Als dann plötzlich jeder Gegenstand zur Gitarre wurde und die Kleinen zu ihrem Singen Luftgitarre spielten, war ich voll vom Erfolg der Singkreise überzeugt.

Was mir auch sehr viel bedeutet hat, ist dass ich von Anfang an Teil des Teams war und mich mit meinen Ideen und Wünschen einbringen konnte. So durfte ich z. B. auch ein paar Nachtdienste machen oder mit einzelnen Kindern kleine Ausflüge am Nachmittag unternehmen. In Anleitungsgesprächen, Treffen an der OTH und den gemeinsamen Teambesprechungen lernte ich auch einiges an Fachwissen neu dazu.

Jetzt am Ende der Zeit kann ich wohl sagen wir sind zusammen gewachsen, die Kinder und ich.

Anita Islinger,

OTH Praktikantin

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